Am Ende der Lehre machst du die Lehrabschlussprüfung (Qualifikationsverfahren), die insgesamt aus 4 Teilen besteht:
- Teilprüfung (10 Stunden, wird bereits am Ende des 2. Lehrjahres gemacht)
- IPA: Individuelle produktive Abschlussarbeit (40-80 Stunden) -> Beispiel einer IPA
- BK: Berufskenntnisse (4 Stunden)
- ABU: Allgemeinbildung (3 Stunden)

Abschlussarbeit (IPA)
Die IPA (Individuelle praktische Abschlussarbeit) ist die praktische Lehrabschlussprüfung im Lehrbetrieb und vergleichbar mit einer Diplomarbeit. Die Arbeit hat für den Lehrbetrieb einen praktischen Nutzen, d.h. man macht im Gegensatz zur Teilprüfung eine produktive Arbeit.
Die IPA muss zwischen 40 und 80 Stunden dauern. Der Fachvorgesetzte im Lehrbetrieb erstellt die Aufgabenstellung und benotet die Arbeit.
Mögliche Aufgabenthemen für eine IPA
- Werkstücke mit CNC-Maschinen herstellen
- Baugruppen montieren
- Baugruppen in Betrieb nehmen
- Programme für CNC-Maschinen mit der rechnergestützten Fertigung (Computer Aided Manufacturing) erstellen
- Elektrische oder elektronische Komponenten fertigen und prüfen
- Roboter zur Produktion von Produkten einsetzen
- Arbeiten für die Produktion von Produkten planen und vorbereiten
- Automatisierte Anlagen zur Produktion von Produkten aufbauen und in Betrieb nehmen
- Produkte instand halten
Zwei Prüfungsexperten schauen am Schluss die Benotung des Fachvorgesetzten an und stellen die Qualität der Beurteilung sicher.
Am Schluss präsentiert der Prüfungskandidat seine Arbeit den zwei Prüfungsexperten und stellt sich deren Fragen in einem Fachgespräch. Die Experten benoten die Präsentation.
Notenzusammensetzung für die IPA
Die Note setzt sich aus 4 Teilnoten zusammen:
- Ausführung und Resultat der Arbeit (zählt 60%)
- Dokumentation (zählt 10%)
- Präsentation (zählt 10%)
- Fachgespräch (zählt 20%)
Berufskenntnisse (BK)
Die Prüfung dauert 4 Stunden und beinhaltet folgende Teile:
- Aus einer Aufgabenstellung einen Lösungsvorschlag erarbeiten
- Lösung dokumentieren
- Vorgehen auswerten
Die BK-Note setzt sich dann aus folgenden Teilen zusammen:
- Lösungsvorschlag (zählt 50%)
- Dokumentation (zählt 30%)
- Auswertung (zählt 20%)
Allgemeinbildung (ABU)
Bereits im 7. Semester macht man die VA (Vertiefungsarbeit). Dabei muss man in einer Kleingruppe einen Bericht über ein Thema schreiben. Die möglichen Themen sind sehr vielfältig, meistens wird ein Hauptthema vorgegeben (z.B. Energie, Kultur etc.).
Am Schluss des 8. Semesters macht man noch eine 3-stündige ABU-Prüfung. Dabei wird der Lernstoff aus 4 Jahren allgemeinbildendem Unterricht abgefragt.
Mögliche Aufgaben an der ABU-Prüfung:
- Fragen zu Recht und Gesellschaft (z.B. Erbrecht, Familienrecht etc.)
- BildbeschreibungTextverständnis (Fragen zu einem vorher gelesenen Text beantworten)
- Geschäftsbrief schreiben
Die ABU-Note setzt sich dann aus folgenden Teilen zusammen (je 1/3 Gewichtung):
- Erfahrungsnote der beiden Fächer ‚Gesellschaft‘ und ‚Sprache und Kommunikation‘ aus dem Schulzeugnis
- VA
- Prüfung
BM-Schüler/innen machen keine ABU-Prüfung, da sie die keinen ABU-Unterricht haben.
Zusammensetzung der Lehrabschlussnote
| Prüfung | Prüfungsteil | Gewichtung |
Bemerkung |
| Teilprüfung | Herstellen von Produkten | 20% | Fallnote |
| Montieren, Inbetriebnehmen oder Instandhalten | |||
| IPA | Resultat | 30% | Fallnote |
| Dokumentation | |||
| Präsentation | |||
| Fachgespräch | |||
| Berufskenntnisse | Resultat | 15% | Fallnote |
| Dokumentation | |||
| Auswertung | |||
| Allgemeinbildung | Vertiefungsarbeit, Prüfung | 20% | – |
| Erfahrungsnote | Erfahrungsnote Schule | 15% | – |
| Erfahrungsnote ÜK |
Wenn du die Lehrabschlussprüfung bestanden hast, erhältst du das Eidgenössische Fähigkeitszeugnis und bist dann Polymechaniker EFZ oder Polymechanikerin EFZ.

Bild: Thuner Tagblatt